Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Berlin

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Schleuse Kersdorf

Übersichtskarte
Übersichtskarte

Die Schleuse Kersdorf ist das westliche Abstiegsbauwerk an der Scheitelhaltung der Spree-Oder-Wasserstraße bei SOW km 89,73. Die mittlere Hubhöhe an der Anlage mit zwei Schleusenkammern beträgt 2,87 m. Die Südkammer wurde im Zuge des Baus des Oder-Spree-Kanals im Jahr 1890 erbaut und kann von Wasserfahrzeugen bis 67 m Länge und 8,25 m Breite durchfahren werden. In den 1920er Jahren wurde, zur Vergrößerung der Nutzlänge, das Stemmtor im Unterhaupt durch das heute landschaftsbildprägende Hubtor ersetzt. Die 1904 fertiggestellte Nordkammer verfügt über nutzbare Abmessungen von 57 m Länge und 9,68 m Breite. Aufgrund ihres hohen Alters sind beide Schleusen baufällig, so dass eine Schleusenkammer planmäßig durch einen Ersatzneubau grundhaft instand gesetzt werden muss.

Gleichzeitig genügen die nutzbaren Abmessungen beider Schleusenkammern nicht mehr den heutigen Anforderungen. Güterschiffe bis 67 m Länge entsprechen dem Standard der 1930er Jahre und sind heute kaum noch am Markt verfügbar. Neubauten in dieser kleinen Schiffsgröße können nicht wirtschaftlich betrieben werden und werden daher nicht mehr auf Kiel gelegt. Ohne Anpassung der Schleusen an die heute im Markt üblichen und wirtschaftlich zu betreibenden Schiffsgrößen würde der Industrie- und Gewerbestandort Eisenhüttenstadt den Anschluss an das transeuropäischen Binnenwasserstraßennetz verlieren.

Die Bedeutung des Standortfaktors Wasserstraße für Industriestandorte zeigt sich jedoch aktuell gerade wieder an einer Großinvestition der Progroup AG. Mit einem Investitionsvolumen von 630 Mio. € entsteht in Eisenhüttenstadt bis zum Jahr 2010 die größte Papierfabrik Deutschlands für Wellpappenrohpapier. Bis zu 850.000 t Altpapier sollen der neuen Fabrik zur Verarbeitung zugeführt und bis zu 650.000 t Produkte vertrieben werden. In der Fabrik werden 175 neue Arbeitsplätze entstehen, im Umfeld wird mit weiteren 500 neuen Arbeitsplätzen bei Zulieferern und Dienstleistern gerechnet. Angesichts solcher Ansiedlungserfolge gewinnt die Ertüchtigung der Spree-Oder-Wasserstraße wieder zunehmend an Bedeutung. Am 15. Mai 2009 nahmen sich dann auch Infrastrukturminister Reinhold Dellmann und MdB Jörg Vogelsänger einen ganzen Tag Zeit, um hochrangigen Vertretern der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ihre Ziele für die Infrastrukturentwicklung im Osten Brandenburgs zu erläutern.

Mit dem Ziel die Standorte entlang der Spree-Oder-Wasserstraße weiter nachhaltig an das transeuropäische Binnenwasserstraßennetz anzubinden, werden durch den Bund nach und nach alle Schleusen am Oder-Spree-Kanal so ertüchtigt, dass sie künftig auch von modernen Motorgüterschiffen bis 115 m Länge genutzt werden können.

Die nicht mehr benötigten Schleusen an der Staustufe Große Tränke (SOW km 68,75) wurden bereits im Jahr 2004 ersatzlos zurückgebaut. Im Jahr 2003 erfolgte die grundhafte Instandsetzung und Verlängerung der Schleuse Wernsdorf (SOW km 47,60). Nach dem Umbau der Schleuse Kersdorf (SOW km 89,73) fehlt dann nur noch der Umbau der Schleuse Fürstenwalde (SOW km 74,75, derzeit zurückgestellt).