Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Berlin

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Inhalt: Veranlassung des Ersatzneubaus

Durch die regelmäßigen Bauwerksinspektionen des WSA Eberswalde (ABz Canow) sind schon seit mehreren Jahren Setzungserscheinungen und Umläufigkeiten im Bereich des Schleusengeländes beobachtet worden. Deutlich waren die immer weiter voranschreitenden Setzungen an den sich vergrößernden Rissen am Schleusenwärterhaus zu sehen. Die Risse haben in ihrer Größe so zugenommen, dass der Abriss des Hauses unumgänglich war.
Die Gründe für die Setzungen sind in der baulich unsachgemäßen Tieferlegung der Schleusensohle im Rahmen der Sanierung im Jahre 1955 und im anstehenden Baugrund zu finden.
Bei der Tieferlegung der Schleusensohle wurde die ursprünglich vorhandene durchlässige Schleusensohle durch eine Betonsohle ersetzt. Dazu wurden der Balkenrost durchtrennt und die Gründungspfähle im Sohlbereich gekürzt. Die neue Sohle wurde aus Beton hergestellt, die Köpfe der gekürzten Pfähle wurden in die neue Betonsohle eingebunden.
Im Bereich der Kammerwände erfolgten damals keine baulichen Veränderungen. Eine Anbindung der tiefer liegenden Betonsohle wurde nicht ausgeführt. Die Betonsohle wurde lediglich gegen die Holzpfähle der Kammerwandgründung betoniert. Damit liegt die Gründungssohle der Kammerwände auf dem Holzbalkenrost frei. Im Bereich dieser offenen klaffenden Fuge kommt es regelmäßig zu Wassereintritten mit Bodeneintrag. Dieser ist in erster Linie Ursache für die Setzungserscheinungen.
Die im Jahre 1977 erneuerten Häupter wurden ebenfalls nur unfachmännisch an die Bausubstanz der Schleusenkammer und Sohle angeschlossen, so dass auch in diesem Übergangsbereich erhebliche bauliche Schäden die Folge waren.

Entscheidender Anlass für die Planung eines Ersatzneubaus war das Ergebnis einer Bauwerksinspektion mit Trockenlegung der Schleuse im Jahre 2004. Dabei wurden erhebliche bauliche Mängel an der gesamten Schleusenanlage festgestellt.

Im Ergebnis ist vor allem die Standsicherheit der Schleusenkammer kritisch zu bewerten. Als Folge der baulichen Mängel können Bauwerksbewegungen nicht mehr ausgeschlossen werden. Derartige Bauwerksbewegungen können eine sofortige Sperrung der Schleuse zur Folge haben. Um einer derartigen unvorbereiteten Außerbetriebnahme der Schleuse vorzubeugen erfolgt nun ein vollständiger Ersatzneubau für die Anlage.

Querschnitt vorhandene Schleusenkammer
Querschnitt vorhandene Schleusenkammer